So viel Wasser verbraucht ein Rasen am Tag
Wie viel Wasser ein Rasen über Halme und Boden an die Luft abgibt, bestimmen Sonne, Temperatur, Wind und Luftfeuchte. Die Bayerische Gartenakademie nennt für einen Rasen auf lehmigem Boden diese Werte:
| Höchsttemperatur des Tages | Verbrauch je m² und Tag |
|---|---|
| 10 bis 15 °C | bis 1 Liter |
| 15 bis 20 °C | 1 bis 2 Liter |
| 20 bis 25 °C | 2 bis 3 Liter |
| 25 bis 30 °C | 3 bis 4 Liter |
| 30 bis 35 °C | 4 bis 7 Liter |
| 35 bis 40 °C | 7 bis 9 Liter |
Ein Liter je Quadratmeter entspricht einem Millimeter Regen. So lassen sich Verbrauch, Regen und Gießwasser direkt vergleichen.
Wie oft du gießen solltest
Gieß selten und dafür gründlich. Das Wasser soll 10 bis 15 cm tief in den Boden dringen, dorthin, wo die Graswurzeln sitzen. Als Faustregel kommt ein Liter je Quadratmeter etwa einen Zentimeter tief. Wer jeden Abend ein paar Minuten sprengt, befeuchtet nur die oberste Schicht. Der Rasen bildet dann flache Wurzeln und wird anfällig für Trockenheit.
Besser wartest du, bis der Rasen erste Zeichen von Trockenstress zeigt, und gießt dann durchdringend mit 15 bis 20 Litern je Quadratmeter. Bei 20 bis 25 °C reicht das meist 6 bis 10 Tage, bei 35 °C nur 2 bis 3 Tage. Im Sommer heißt das ungefähr einmal pro Woche, in einer Hitzewelle öfter.
Frisch gesäter Rasen ist die Ausnahme. Solange die Saat keimt, muss die Fläche ständig feucht bleiben, und du gießt öfter kleine Mengen. Wie oft, steht im Ratgeber Anwässern nach dem Pflanzen.
Woran du erkennst, dass der Rasen Wasser braucht
Der beste Zeitpunkt zum Gießen liegt kurz vor dem Welken. Bis dahin schöpfen die Wurzeln den Vorrat im Boden aus und bleiben in der Tiefe. Auf diese Zeichen kannst du achten:
- Die Halme werden schlaff, der Rasen wirkt dunkler und leicht blaugrau.
- Fußspuren bleiben im Rasen sichtbar, nachdem du darübergegangen bist.
- Bei der Spatenprobe hebst du eine spatentiefe Scholle aus. Feuchte Erde ist dunkler. Ein paar Stunden nach dem Gießen zeigt dieselbe Probe, ob das Wasser bei den Wurzeln angekommen ist.
Wie viel dein Regner ausbringt, misst ein flaches Gefäß auf dem Rasen. Jeder Millimeter Wasser darin ist ein Liter je Quadratmeter. Mehr als etwa 10 Liter je Quadratmeter und Stunde sollten es nicht sein.
Sandboden oder Lehmboden
Wie lange eine Gabe reicht, hängt auch vom Boden ab. Je 10 cm Bodenschicht hält Sand etwa 5 Liter je Quadratmeter für die Pflanzen bereit, Lehm etwa 22 und Ton etwa 13 Liter. Auf Sand gießt du deshalb öfter und mit kleineren Mengen. Bei Hitze kann ein Rasen auf sandigem Boden schon nach 1 bis 2 Tagen Trockenschäden zeigen.
Lehm und Ton nehmen Wasser langsamer auf als Sand. Kommt mehr, als der Boden aufnehmen kann, läuft es an der Oberfläche ab. Teil größere Mengen dort auf mehrere Gaben auf und lass dem Wasser dazwischen Zeit zum Einsickern.
Am besten früh am Morgen
Morgens ist es kühl, es weht kaum Wind, und es verdunstet am wenigsten. Wer abends gießt, lässt das Gras über Nacht nass, und das Risiko für Pilzkrankheiten steigt. Mehr dazu steht im Ratgeber Morgens oder abends gießen.
Rasen bewässern bei Hitze
Bei 30 bis 35 °C verbraucht ein Rasen 4 bis 7 Liter je Quadratmeter am Tag. Bleib auch dann bei durchdringenden Gaben und verkürze nur den Abstand. Zusätzlich helfen diese Schritte:
- Stell den Mäher im Sommer 1 bis 2 cm höher, das spart Wasser. Unter 3 cm solltest du nicht mähen.
- Betritt den Rasen in Trockenphasen weniger, mäh seltener und vertikutiere nicht.
Wenn der Rasen braun wird
Ein eingewachsener Rasen, der in einer Trockenzeit braun wird, ist meist nicht tot. Die Gräser legen eine Ruhepause ein, ihre Wurzeln leben weiter und treiben neue Halme, sobald es wieder regnet.
Du kannst ihn deshalb auch bewusst ruhen lassen. Bleib dann dabei, denn jedes Aufwecken kostet die Gräser Reserven, und ein Hin und Her schwächt sie.
Neu säen musst du meist nicht. Oft erholt er sich mit gutem Wässern und passender Düngung, sobald es kühler und feuchter wird. Gefährdet ist er, wenn er schon vorher schwach war oder die Dürre lange anhält.
So gießt Tropfwerk den Rasen
Tropfwerk rechnet für jede Zone täglich aus den Wetterdaten aus, wie viel Wasser verdunstet ist. Es nutzt dafür FAO-56, den Standard der professionellen Bewässerung. Dessen Maßstab ist eine grüne, gleichmäßig hohe Grasfläche mit genug Wasser. Über die Bepflanzung passt Tropfwerk den Bedarf an jede Zone an.
Für jede Zone verfolgt Tropfwerk, wie viel Wasser noch im Boden ist, und gießt vor Sonnenaufgang nach, was fehlt. Gemessener Regen wird angerechnet, bei Landregen und Starkregen legt Tropfwerk eine Regenpause ein. Damit auf Lehm oder am Hang nichts abläuft, gibt es Cycle & Soak: gießen, einsickern lassen, weitergießen.
