Ratgeber

So wässerst du Rollrasen, Hecke und Bäume an

Frisch verlegter Rollrasen, eine Neuansaat oder eine junge Hecke haben kurze Wurzeln und kaum Wasser in Reserve. Hier steht, wie oft und wie lange du sie gießt, woran du das Anwachsen erkennst und warum zu viel Wasser ebenso schaden kann wie zu wenig.

Erst öfter, dann seltener und tiefer

Eine junge Pflanze kommt nur an das Wasser, das ihre Wurzeln schon erreichen. Rasenkeimlinge haben noch kein fertiges Wurzelsystem, und bei frisch gepflanzten Gehölzen bleiben die Wurzeln wochenlang im Pflanzloch. Je flacher die Wurzeln, desto kleiner der Vorrat. Bei Hitze kann Rasen dann schon nach ein bis zwei Tagen Trockenschäden zeigen.

Am Anfang gießt du deshalb öfter, und jedes Mal so viel, dass das Wasser bis zu den Wurzeln kommt. Sobald sie greifen, verlängerst du die Abstände und gibst pro Gabe mehr, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen. Wer auf Dauer oft und wenig gießt, bekommt ein flaches Wurzelwerk, das bei Trockenheit schnell leidet.

  • Rollrasen
    • 15 Liter pro Quadratmeter gleich nach dem Verlegen
    • Feucht halten, im Sommer auch mehrmals am Tag
    • Nach 2 bis 3 Wochen seltener und mehr je Gabe
  • Neuansaat
    • 3 Wochen lang alle 1 bis 2 Tage, je 5 bis 10 Liter pro Quadratmeter
    • Danach ein- bis zweimal pro Woche, je 10 bis 15 Liter pro Quadratmeter
  • Sträucher und Bäume
    • 1 bis 2 Wochen lang täglich
    • Bis Woche 12 alle 2 bis 3 Tage
    • Danach wöchentlich
    • Jedes Mal durchdringend, mindestens 10 Liter pro Quadratmeter
Nach Angaben der Bayerischen Gartenakademie, der Deutschen Rasengesellschaft und der Pennsylvania State University. Die Wochen 5 bis 11 sind verkürzt gezeichnet.

Rollrasen bewässern

Gleich nach dem Verlegen und Anwalzen bekommt Rollrasen eine kräftige Gabe; die Bayerische Gartenakademie nennt 15 Liter pro Quadratmeter (l/m²). Bis die Soden angewachsen sind, sollen sie und 3 bis 5 cm Boden darunter feucht bleiben, im Sommer kann das mehrmals am Tag Wasser bedeuten. Trocknet eine Sode in den ersten Tagen nur einmal aus, sind laut Deutscher Rasengesellschaft bleibende Schäden zu erwarten. Bei kühlem oder nassem Wetter braucht es weniger oder kein Wasser. Damit die äußeren Ränder nicht austrocknen, werden sie mit Erde angeböscht.

Nach etwa zwei bis drei Wochen ist Rollrasen in der Regel angewachsen und darf betreten werden. Zur Probe hebst du an einer Ecke eine Sode an. Hält sie fest, verlängerst du die Abstände und gibst pro Gabe mehr Wasser. Wie es danach weitergeht, steht unter Rasen bewässern.

Neuansaat feucht halten

Sobald die Samen einmal durchfeuchtet sind und keimen, muss die oberste Bodenschicht ständig feucht bleiben, sonst vertrocknen die Keimlinge. Die Bayerische Gartenakademie nennt für die ersten drei Wochen alle ein bis zwei Tage 5 bis 10 l/m², danach ein- bis zweimal pro Woche 10 bis 15 l/m². Ist es trocken und heiß, rät sie zu mehrmals täglichem kurzem Überbrausen, die Deutsche Rasengesellschaft zu vier- bis fünfmal täglich etwa zehn Minuten. Nimm einen Regner mit feinen Düsen, damit der Boden nicht verschlämmt.

Hecke, Sträucher und Bäume anwässern

Das Pflanzloch sollte eineinhalb- bis zweimal so groß sein wie der Ballen; für eine Hecke hebst du einen Graben aus, doppelt so breit und tief wie der Ballen. Nach dem Pflanzen gießt du einmal kräftig, damit sich die Erde um die Wurzeln schließt, und trittst danach nicht mehr fest. Ein Gießrand aus Erde hält das Wasser über den Wurzeln.

Für eine frisch gepflanzte Thuja-Hecke nennt die Bayerische Gartenakademie je nach Boden und Wetter ein- bis dreimal pro Woche eine durchdringende Gabe, nach dem Anwachsen nur noch in längeren Trockenzeiten. Die Pennsylvania State University rät für Bäume und Sträucher in den ersten ein bis zwei Wochen zu täglichem Gießen, bis zur zwölften Woche alle zwei bis drei Tage, danach wöchentlich. Gieß jedes Mal so viel, dass der Boden durchfeuchtet wird, nach der Gartenakademie mindestens 10 l/m².

Angewachsen ist ein Gehölz, wenn seine Wurzeln in die umgebende Erde gewachsen sind und es Jahr für Jahr gleichmäßig zulegt. Einen Baum gießt du nach Rat der Bayerischen Gartenakademie in den ersten drei bis vier Standjahren, danach seltener.

Hitze und Wind

Ein Rasen verbraucht laut Bayerischer Gartenakademie bei 20 bis 25 °C Tageshöchsttemperatur etwa 2 bis 3 l/m² am Tag, bei 30 bis 35 °C schon 4 bis 7 l/m². Wind trocknet zusätzlich aus, nach der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen auch bei bedecktem Himmel und mäßiger Wärme. Junge Pflanzen brauchen an solchen Tagen früher Wasser. Gieß morgens, dann verdunstet am wenigsten und es weht kaum Wind. Mehr dazu unter Morgens oder abends gießen?

Zu viel Wasser schadet auch

Steht Wasser im Wurzelraum, fehlt den Wurzeln Sauerstoff. Sie faulen und nehmen keine Nährstoffe mehr auf. Anzeichen sind ständig nasser Boden und junge Blätter, die hellgrün oder gelb werden. Lockere deshalb die Sohle des Pflanzlochs, damit überschüssiges Wasser versickert, und prüf vor einer großen Gabe mit dem Spaten, ob der Boden in 20 cm Tiefe noch feucht ist. Mehr als 8 bis 10 l/m² in der Stunde nimmt ein Boden nicht auf, größere Mengen verteilst du auf mehrere Durchgänge.

Anwässern mit Tropfwerk

Unter „Anwässern einrichten“ bekommt die Zone mit den jungen Pflanzen eine Anwässerung. Wie lange sie läuft, legst du fest, und an ihrem letzten Tag endet sie von selbst. Nach gemessenem Regen setzt sie mit der Regenpause aus. Für eine Gabe außer der Reihe, etwa gleich nach dem Pflanzen, gibt es „Jetzt anwässern“.

Danach rechnet Tropfwerk die Zone wieder jede Nacht nach FAO-56 und gießt vor Sonnenaufgang das Wasser nach, das im Boden fehlt.

Anwässerung, die von selbst endet

Danach gießt Tropfwerk jede Zone nach Wetter und Boden. Wie sich das bedient, zeigt die Live-Demo.

Quellen